Ein Karnevals-Büttenredner sitzt im Schlafanzug auf der Bettkante und probt für die
kurz bevorstehenden Auftritte. So ziemlich die ganze Palette der primitiven und oft genug
auf Kosten von Frauen und Minderheiten gehenden Karnevalswitze ist zu hören. Lediglich wenn
zu befürchten ist, dass sich Kirchenvertreter und andere Wichtigkeiten auf den Schlips getreten
fühlen könnten, und somit eventuell die Wiederwahl in die Narrengilde gefährdet werden könnte,
mahnt sich unser genialer Alleinunterhalter zur Vorsicht. Ansonsten aber strotzt er nur so vor
Überzeugung von seiner Kunst und vor Zuversicht in ein vor Begeisterung brüllendes Publikum.
Seine Frau dagegen findet die Karnevalsbesessenheit ihres Mannes unerträglich. Offensichtlich
können seine Texte ihr keinerlei Bewunderung entlocken, selbst dann nicht, wenn ihnen der
Rüdiger Wolf persönlich den letzten Schliff gegeben hat ... .
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